| 1873 | Mitten in der Berliner Innenstadt, auf der Friedrichstrasse 101/102, wird bei Bauarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Admiralsquartiers zufällig eine artesische Solequelle entdeckt. Als eines der ersten öffentlichen Bäder Berlins wird das "Admirals-Gartenbad" eröffnet, von den Architekten Kyllmann und Heyden erbaut, die dafür die eigene "Admiralsgartenbad-Aktiengesellschaft" gründen. |
| 1889/ 1890 |
Das "Admirals-Gartenbad" wird nach den Plänen von Regierungsbaumeister Gause zu einer dreigeschossigen Badeanstalt ausgebaut. Das Bad rühmt sich damit, das "modernste Europas" und eines der ersten in Berlin zu sein. |
| 1911 |
Nach Abriss des Admiralsgartenbads und Neubau auf dem Grundstück Friedrichstraße 101 wird der „Admiralspalast“ am 20. April als „neues, weltstädtisches Etablissement“ eröffnet. Unter dem Dach des Admiralspalasts -einem der ersten Vergnügungspaläste überhaupt - befinden sich nun: Eislaufarena, die Tag und Nacht geöffneten russisch-römische Luxus-Thermen in vornehmstem Stil auf 2.600 Quadratmetern, ein Römisches Café vier Kegelbahnen und ein luxuriöses Lichtbild-Theater. Auch Eishockeyspiele und Boxkämpfe werden in der großen Halle ausgetragen. |
| 1913 | Der Admiralspalast ist der einzige Eispalast der Welt. |
| 1922 | Umbau zum "Welt-Varieté" im Art-deco-Stil nach Plänen von Oskar Kaufmann und Richard Wolffenstein. |
| 1923 | Der Operettenregisseur Herrmann Haller wird neuer Direktor. Das Theater wird zum Revuetheater mit Namen "Theater im Admiralspalast" umgebaut. |
| 1939 | Fusion mit dem Metropoltheater in der Behrenstrasse (heute Sitz der Komischen Oper) unter Heinz Hentschke. |
| 1939 | Auf Anordnung des Reichsministers Goebbels beginnt am 20. Dezember der Umbau des Theaters in eine "festlich-schöne Erholungsstätte". |
| 1941 | Eine "Führerloge" wird in die Mitte des ersten Ranges eingebaut. |
| 1944 | Am 1. September werden alle Berliner Theater auf Anordnung der NSDAP wegen Ausruf des "totalen Krieges" geschlossen. |
| 1945 | Die "Deutsche Staatsoper" zieht in den Palast ein und nutzt ihn bis 1955 als Interimsspielstätte. Am 23. August wird die erste Spielzeit mit einem Festkonzert wiedereröffnet. |
| 1946 | Auf dem "Vereinigungsparteitag" vom 21.-22. April werden auf Anordnung KPD und SPD zur SED zusammengeschlossen. Im Theatersaal erfolgt der Handschlag zwischen Otto Grotewohl und Wilhelm Pieck. |
| 1947 | Yehudi Menuhin spielt am 3. Oktober Wagner's "Tristan und Isolde" im Theatersaal. |
| 1948 | Bertolt Brecht nimmt mit Helene Weigel an einer Friedenskundgebung des Kulturbundes im Admiralspalast teil. |
| 1950 | Mit einem feierlichen Festakt am 24. März gründet die DDR die Deutsche Akademie der Künste (DAK) in Ost-Berlin im Admiralspalast. |
| 1953 | Das Kabarett "Die Distel" wird im ehemaligen Casino/Kino im Vorderhaus des Admiralspalasts eröffnet. |
| 1955 | Am 21. Dezember wird das "METROPOL-Theater im Admiralspalast" mit der Operette "Die Fledermaus" von Johann Strauss eröffnet. Das Operetten- und Musicalhaus zeigt neben grossen klassischen Operetten Broadway-Musicals. |
| 1955 | Im Vorderhaus des Admiralspalasts wird das DDR-"Presse-Café" eingerichtet. Dort trifft sich die DDR-Bohéme. |
| 1979 | Als Gründungsort der SED wird der Admiralspalast in die zentrale Denkmalliste der DDR aufgenommen. |
| 1990 | Der Admiralspalast steht auf der "Abwicklungsliste" des Senats, die Stadt wollte die Subventionszahlungen schnell senken. Der Denkmalschutz des Admiralspalasts wird in die gesamtdeutsche Denkmalliste überschrieben. |
| 1995 | Das landeseigene Metropoltheater wird in die private "Metropol-Theater Betriebsgesellschaft mbH" mit René Kollo als Intendant umgewandelt. |
| 1997 | Am 31. Juli schliesst das "METROPOL-Theater im Admiralspalast". |
| 1999 | Peter Bejach, ehemaliger Leiter der Staatsoperette Dresden, startet eine Initiative, den Admiralspalast wieder zu beleben, was jedoch wegen geringer finanzieller Mittel scheitert. Ein neuer Investor wird gesucht. |
| 2001 | Die Stage Holding unterzeichnet als neuer Investor einen Kaufvertrag. |
| 2002 | Der Senat entscheidet, den Gebäudekomplex als Kulturstandort zu erhalten. |
| 2003 | Im Juli erwirbt Falk Walter, Betreiber der arena Berlin, zusammen mit vier weiteren Gesellschaftern in einem Bieterverfahren das Gebäude vom Liegenschaftsfonds des Landes Berlin. Falk Walter, Joachim Barth, Marcus Flügge, Jón Tryggvason und Helgi Björnsson gründen die Admiralspalast Produktions GmbH. Alleinige Gesellschafter und Geschäftsführer der Admiralspalast Produktions GmbH sind heute Falk Walter und Helgi Björnsson. |
| 2006 | Nach denkmalgerechter Sanierung und Modernisierung wird das neue Admiralspalast Theater am 11. August 2006 mit der Premiere der „Dreigroschenoper“ neu eröffnet. Kurz darauf werden das Admiralspalast Studio sowie die Konzert- und Galerieräume 101 eingeweiht. Weitere Highlights sind das umjubelte Jan Delay-Konzert, STOMP und die diversen Produktionen der Theatercompany „Familie Flöz“. |
| 2007 | „Max Raabes Palastrevue“ und Helge Schneider gastieren erstmalig mit großem Erfolg im Haus, ebenso wie die „Radio Fritz Nacht der Talente“, die Slampoetry-Show „Lokalrunde“ und das Improvisationstheater „Theatersport Berlin“. Die Dauerbrenner-Comedy CAVEWOMAN feiert ihre Premiere im Haus, „The Bar at Buena Vista“ begeistert mit kubanischen Klängen, die Kästner-Lesung „Als ich ein kleiner Junge war“ berührt. Und Jopi Heesters fasziniert die illustre Gästschar an seinem 104. Geburtstag mit einem Medley seiner größten Erfolge. |
| 2008 | „Slava's Snowshow“ und „Der Kleine Prinz“ verzaubern große wie kleine Zuschauer mit poetischen Bildern, „Swing Royal“ wird erstmals zum Pflichttermin für Rockabillies und Swingfans gleichermassen. Ute Lemper und Meret Becker bringen authentisches Cabaret-Gefühl auf die Admiralspalastbühnen. Mit „My Fair Lady“ startet eine weitere erfolgreiche Eigenproduktion, „The Rocky Horror Show“ lockt die schrägsten Vögel der Stadt in das Haus und Mark Scheibe startet seine „Berlin Revue“. Rufus Wainwright, Shantel, Thomas D, und Death Cab For Cutie sorgen für die Konzert-Highlights des Jahres. |
| 2009 | In „Swan Lake“ beeindrucken über 100 Tänzer und Artisten mit ihrer Kraft und Poesie. Eine Vielzahl Comedians und Kabarettisten wie Cindy aus Marzahn, Dr. Eckart von Hirschhausen und Volkers Pispers beehren die Bühnen des Hauses und mit „The Producers – Frühling für Hitler“ kommt das witzigste Musical aller Zeiten endlich nach Deutschland. Weitere musikalische Höhepunkte: Antony & The Johnsons, die R’n’R-Jungspunde Kitty, Daisy & Lewis, Götz Alsmann und Gayle Tufts. |
| 2010 |
Rainald Grebe kehrt mit neuem Programm ebenso gerne ins Haus zurück wie Kurt Krömer und Otto. Musikkabarettist Bodo Wartke begeistert zusammen mit Mark Scheibe und seinem Berlin Revue Orchester, die sich für “Elektro Orchestral” auch mit bekannten DJs der elektronischen Club-Szene zusammentun. Ulrich Tukur entführt in die “Mezzanotte”, Randy Newman ätzt und swingt, Serj Tankian präsentiert Symphonisches. |
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